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Hochbetrieb vor der Eröffnung

Seit Tagen herrscht Hochbetrieb im Burgturm. Viele Burgarbeiter sind rührig, damit die Wohnung der Familie Gerdes zur Eröffnung vorzeigbar ist: Die Speisekammer muss bestückt werden, die Betten müssen gemacht werden, die Truhe muss in den Turm geschleppt, die Wäsche muss geplättet werden. Hier fehlt noch ein Vorhang, dort noch ein Regal. Vor allem müssen noch viele kleine und große Dinge wieder eingeräumt werden, die wir vor einem Jahr bei der großen Ausräumaktion in Sicherheit hatten. Da wird auch so mancher Feierabend geopfert.

Am kommenden Sonntag bekommen die Gäste einen ersten Eindruck, wie der Museumsturm aussehen wird, wenn er einmal fertig ist. In der ersten Ausbaustufe wird der Burgverein die Wohnung der Familie Gerdes im ersten Stock so einrichten, wie sie vor 180 Jahren ausgesehen hat. Hier lebte der Amtsdiener Johann Andreas Gerdes mit seiner vielköpfigen Familie auf engstem Raum. Mit der Ausstellung werden die Besucher einen Einblick in die Lebensumstände der Familie erhalten. Seine Tochter Auguste Gerdes hat in ihren Erinnerung anschaulich das Leben im Turm beschrieben.

Die Besucher werden am Sonntag ein „Museum im Werden“ erleben. Vieles fehlt noch. Unter anderem auch die sechs Hörstationen, in denen wir Auguste hören, die über das Leben im Turm berichtet. Bis Ende des Jahres sollen die Hörstationen eingebaut sein. Hier gibt es schon mal eine Kostprobe. 

Jetzt auch in Farbe

Auguste Gerdes schreibt in ihren Lebenserinnerungen, dass ihre Mutter die kleine Stube im Burgturm mit viel Arbeit zu einem kleinen Schmuckkästchen gemacht hat. Seit dieser Woche verstehen wir Auguste besser. Nachdem der einst graue Fußboden vom Schmutz befreit wurde und die ursprüngliche Farbe der Steinplatten wieder zum Vorschein gekommen ist, hat die Stube ein völlig anderes Gesicht. Das wird auch so bleiben: Malermeister Manuel Ihler hat am Wochenende als seinen Beitrag zum Aufbau des Museumsturm die alten Steinplatten fachmännisch versiegelt. Danke für die Spende. 

Es war harte Arbeit, aber es hat sich gelohnt.

Bettzeug, Schrubber und eine Kanone

Die Betten sind gemacht. Ingrid Aljets, Johanne Bruns, Marianne Groß und Ellen Krajnski haben vergangene Woche Bett- und Kissenbezüge aus altem Leinen genäht, das Ingrid Aljets gespendet hat. Die Butzen im Burgturm, in denen die Familie Gerdes im 19. Jahrhundert geschlafen hat, sind damit so gut wie komplett, denn das Untergestell haben die Burgarbeiter schon fertiggestellt. Das Stroh ist auch schon zugesagt. 

Für die Burgarbeiter stand am Sonnabend ein Militärtransport an: Das Rohr einer Kanone aus napoleonischer Zeit musste aus dem Gestrüpp geborgen werden. 

Mindestens ebenso schweißtreibend ist das Schrubben: Der Fußboden soll vom Staub der letzten hundert Jahre befreit werden. Dreimal muss mit Schrubber und Feudel gearbeitet werden.

Hinter dem Burgturm entsteht derweil ein Kräutergarten. Hier werden einmal Heilkräuter wachsen, die für die Bewohner der Burg die einzige Form der Medizin bedeuteten. Die Beete sind gemacht.

Ein Dankeschön für die Unterstützung

Die Bäckerei Ripken aus Augustfehn unterstützt seit der ersten Stunde den Burgverein Stickhausen. Seit Juni 2020 wird in der Filiale in Detern das „Turmbrot“ verkauft – ein Brot in Form des Burgturms. 50 Cent des Verkaufspreises gehen an den Burgverein, der das Geld in die Einrichtung des Museumsturms steckt. Mittlerweile sind 1000 Euro zusammengekommen. Damit nicht genug: Die Bäckerei Ripken sponsort auch das Frühstück für die Burgarbeiter, die jeden Sonnabend im Turm und um den Turm herum schrauben, malen, schrubben, schaufeln, bohren, sägen und fegen. Anlass genug für den Burgverein, sich bei den entscheidenden Personen zu bedanken. Heinz Feldmann (links), zweiter Vorsitzender des Burgvereins, überreichte Blumen an Jörg Ripken, der den Burgverein so großzügig unterstützt. Rosen gab es für Ilse Boyken, Ingrid Roßkamp, Rosi Hicke und Mona Wienberg, die das Turmbrot  jeden Tag verkaufen.