TURMFEGEN

Nach der langen und unwillkommenen Corona-Zwangspause konnten wir am vergangenen Sonnabend endlich wieder an die Arbeit. „Turmfegen“ stand an und wahrlich, es war dringend nötig. Die tapferen Fegerinnen und Feger kehrten ganze Berge von feinem Staub, Steinbröckchen und Holzschnipselchen zusammen. Man konnte fast den Eindruck haben, als sei hier seit seit 523 Jahren kein Besen geschwungen worden. Fegerinnen und Feger hätten angesichts der Staubwolken freiwillig und auch ohne Corona-Vorschriften die Regeln für Abstand und Maskenpflicht eingehalten.

In der wohlverdienten Pause gab es Brötchen, die von der Bäckerei Ripken gespendet wurden. Gegen Mittag war der Turm sauber und alle Mitwirkenden waren sehr eingestaubt.

Das dürfte das erste und letzte Turmfegen gewesen sein:  Der Vorstand des Burgvereins beschloss gleich an Ort und Stelle in einer improvisierten Vorstandssitzung, dass schnellstens Staubsauger angeschafft werden. 

Der Burgverein kann jetzt, wo der Turm sauber und Corona langsam auf dem Rückzug ist, mit der Einrichtung des Museumsturms beginnen. Wie bereits bekannt, wird in der ersten Ausbaustufe im Erdgeschoss die Wohnung des Amtspedells Johann Andreas Gerdes nachempfunden, der hier im 19. Jahrhundert mit Frau und 11 Kindern lebte. Seine Tochter Auguste hat dieses Leben in ihren Erinnerungen festgehalten. Diese Erinnerungen bilden die Basis für die geplante Ausstellung. 

Die Corona-Pandemie hat leider unseren Zeitplan völlig über den Haufen geworfen. Der Burgverein hofft trotzdem, zumindest den ersten Teil des Museums noch in diesem Jahr der Öffentlichkeit zeigen zu können.