11.09.2026

Wenn der Burgverein einen Preis für die weiteste Anreise hätte, dann ginge er an Hans, Meloni, Maria, Pierre, Linda und Rich. Sie leben in den USA und Kanada und wollten mit eigenen Augen sehen, wo ihr Ur-Ur-Großvater herkommt.

Er hieß Johann Andreas Gerdes, wurde 1834 im Burgturm geboren und wanderte nach seiner Kaufmannsausbildung in Westrhauderfehn nach Haiti aus. Dort heiratete er und wurde Vater von acht Kindern. Die vierte Generation seiner Nachfahren lebt heute weit verstreut, unter anderem in Haiti und eben in den USA und Kanada. 

Ein Mitglied der Familie stieß vor ein paar Jahren bei seiner Ahnenforschung auf Johann Andreas Gerdes und vor gut einem Jahr entstand der Plan, dass einige der Gerdes-Nachfahren zum Geburtstort ihres Ahnen reisen. 

Im Burgturm spielt die Familie Gerdes eine prominente Rolle. Die Eltern von Johann Andreas lebten von 1820 bis 1860 im Burgtor. Sein Vater baute das Stockwerk für die Bedürfnisse der immer größer werdenden Familie um. Die Spuren sind bis heute zu sehen.

Dank der schriftlichen Lebenserinnerungen der jüngsten Tochter wissen wir sehr viel über das Leben der Familie Gerdes. 13 Kinder wurden im Turm groß. Der Burgverein hat die Wohnung nachgebaut und heute kann man sehen und hören, wie Johann Andreas und seine Geschwister gelebt haben. 

Die Gäste von jenseits des großen Teiches konnten auch noch ein weiteres Familienmitglied begrüßen: Doortje Sabin war aus Jever gekommen, um ihre Verwandten kennenzulernen. Ihre Vorfahrin war eine Schwester von Johann Andreas und wurde ebenfalls im Burgturm geboren.

Zum Besuchsprogramm für die Gäste gehörte natürlich eine Teestunde im Dorfcafé in Potshausen und ein Besuch der Leeraner Altstadt. Alles wurde ausgiebig fotografiert und in die umfangreiche WhatsApp-Gruppe der Ur-Ur-Enkel von Johann Andreas geschickt. 

Johann Andreas Gerdes, 1843 geboren im Burgturm, mit seiner Ehefrau Hermine, seinen acht Kindern und Familie um 1900 in seiner neuen Heimat Haiti.