Die Geschichte der Burg

Die Burg Stickhausen hat in ihrer mehr als 500 Jahre langen Geschichte viele Funktionen erfüllt. Festung, Verwaltungssitz, Privathaus und zur Zeit Museum im Aufbau.

Um 1435

Die Hanse unter der Führung der Hamburger lässt zum Schutz ihrer Herrschaft über Ostfriesland in Leerort eine Festung bauen, in Stickhausen wird ein befestigter Platz eingerichtet.

1453

Wegen der hohen Besatzungskosten und der ständigen Unruhen ziehen die Hamburger aus Ostfriesland ab. Sie verpfänden ihre Ansprüche an die mit ihnen verbündete  Häuptlingsfamilie Cirksena.

1498

Graf Edzard I. lässt in Stickhausen den heute noch erhaltenen Wehrturm bauen. Die Schlüsselburg, die 500 m weiter östlich liegt und in schlechtem Zustand ist, wird aufgegeben.

Um 1520

Ostfriesland wird evangelisch. Die Burg Stickhausen wird in Grenzkriegen mehrfach von verschiedenen Heeren unter Führung der Oldenburger Grafen angegriffen und erobert. Die Cirksenas machen die Burg zum Sitz des Amtes Stickhausen und bauen sie weiter aus.

1648

Im Dreißigjährigen Krieg besetzen erst Söldner des Feldherrn Ernst von Mansfeld, danach Truppen des Feldherrn Johann von Tilly und schließlich hessische Truppen die Burg und bauen sie aus. Nach dem Ende des Dreißigjährigen Kriegs 1648 erreicht die Burg ihre größte Ausbaustufe, 600 Soldaten sind hier stationiert.

1744

Als Carl Edzard als letzter des Grafengeschlechts Cirksena 1744 kinderlos stirbt, fällt Ostfriesland im Erbgang an Preußen. Der preußische König Friedrich II. entscheidet, kein Geld in die Sanierung maroder Burgen in Ostfriesland zu stecken. Die heruntergekommene Burg Stickhausen wird geschleift. Übrig bleiben nur der Turm und ein Teil des Torhauses. Stickhausen aber bleibt Amtssitz.

1815

Auf dem Wiener Kongress, bei dem die Großmächte nach dem Sieg über Napoleon Europa neu verteilen, gibt Preußen die Grafschaft Ostfriesland an das Königreich Hannover ab. Die hannoversche Staatsverwaltung lässt 1820 neben dem alten Torhaus ein Gebäude für die Verwaltung und später eine Erweiterung  anbauen. 

1885

1866 fällt Ostfriesland nach dem Deutschen Krieg wieder an Preußen. Knapp 20 Jahre später reorganisiert die Regierung die Verwaltung, kleinere Ämter werden zusammengelegt. Das Amt Stickhausen wird mit dem Amt Leer fusioniert, die Verwaltung in Stickhausen wird aufgelöst.

1898

Nach der Schließung der Amtsverwaltung verkauft der preußische Saat die Burg an die Kirche. Pläne, die Burg als Fort- und Ausbildungsstätte für Pastoren zu nutzen, zerschlagen sich. Schließlich wird die Burg in private Hand verkauft.

1945

Die Burg wird bei dem Kämpfen am Kriegsende nur leicht beschädigt. Sie dient danach als Notunterkunft für Flüchtlinge vor allem aus Schlesien.

2019

Die Samtgemeinde Jümme kauft die Burg Stickhausen und lässt sie für rund 260.000 Euro sanieren.